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Women in Motorsport: Mira Erda

Women in Motorsport: Mira Erda

2017 sorgte sie für Schlagzeilen: Die erste indische Rennfahrerin, die in der Euro JK Series an den Start geht. Mira Erda ist nicht nur wahnsinnig talentiert, sondern auch eine Inspiration für viele junge Mädchen. Style & Race hat mit der Motorsportbegeisterten über ihre unzähligen Auszeichnungen aber auch über ihre Rolle als weibliche Athletin in Indien gesprochen.

Du hast mit neun Jahren mit dem Motorsport begonnen. Nur 25 Tage danach, nahmst du an deinem ersten Rennen teil. Wie hat sich das entwickelt und wie kamst du überhaupt auf die Idee, hinters Steuer zu wollen? 

Ein Jahr zuvor hatte mich mein Vater mit zu einer Kartstrecke genommen. Als ich mich dort stetig verbesserte, beschloss ich meiner Passion für Autos zu folgen. Mit neun fragte mich mein Papa schließlich, ob ich Rennen fahren wollte. Natürlich habe ich verstanden, dass es eine Männerdomäne ist, das hat mir aber nur noch mehr Kraft gegeben, um meinen Traum zu verfolgen.

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Du bist erst 17 Jahre alt (!). Welche Ziele hast du für die Zukunft?

Ich mache immer einen Schritt nach dem anderen. Momentan möchte ich weitere Podiumsplätze in der JK Euro Series erzielen. Aber für nächstes Jahr plane ich, auch Rennen außerhalb von meinem Heimatland zu bestreiten, um meine Performance zu verbessern und Erfahrung zu sammeln.  

Bereits 2011 konntest du Siege feiern und wurdest als „Best Improved Driver of the Year“ ausgezeichnet. Wie hast du es geschafft, auf ein noch höheres Level zu gelangen? 

Für mich ist es extrem wichtig, mich zu verbessern und an jedem Rennen zu wachsen. Ich sehe mir genau den Fahrstil meiner Konkurrenz an und versuche davon so viel wie möglich in meine Vorbereitung einfließen zu lassen, was die Technik betrifft. Ich habe mein komplettes Potential noch lange nicht erreicht und freue mich auf die Zukunft.  

2016 kamen die Titel „Formula 4 Rookie Champion of the Year“ und „Outstanding Women in Motorsports“ von der FMSCI hinzu. Wie hat dies deine Karriere beeinflusst? 

Für mich war es eine sehr große Ehre, diese Auszeichnungen als Frau zu bekommen. Das hat mich erneut bestärkt und motiviert, meinen Weg zu gehen und noch mehr zu lernen, damit ich andere Frauen in diesem Sport inspirieren kann.

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Mira, du bist die erste indische Frau, die an der Euro JK Series, der höchsten Single-Seater Serie des Landes, teilnimmt. Wie viel bedeutet dir das? 

Das war ein Traum für mich! Als ich in meiner ersten Saison nach Malaysia fuhr, um ein Rennen zu verfolgen, wusste ich, dass das mein Ziel war. Ich habe hart gearbeitet um die Chance zu bekommen. Dabei habe ich in der JKtyre Rookie Championship bis zum Schluss gekämpft!

Welchen Status haben Frauen im Motorsport in Indien? 

Nach neun Jahren in diesem Sport kann ich stolz sagen, dass sich die Thematik immer weiter entwickelt. Es gibt mittlerweile eine eigene Motorrad-Championship aber auch ein JKtyre Racing Championship team in der Formula Lgb, welches rein aus Frauen besteht. Ich coache auch Mädchen, um sie für den Motorsport zu begeistern. Meine Partnerschaft mit Red Bull spielt dabei eine große Rolle, da jährlich der „Red Bull Catch Up“ für Amateur Fahrerinnen veranstaltet wird.

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Was stellt die größte Herausforderung für Fahrerinnen dar? Hast du dich jemals nicht respektiert gefühlt? 

Ich denke nicht, dass es eine besondere Herausforderung für uns in Indien gibt. Die ganze Thematik entwickelt sich stetig in eine sehr positive Richtung und wir erfahren viel Unterstützung von den Fahrern. Sie respektieren, dass wir gleichberechtigt und gleich behandelt werden.

Unterstützt dich deine Familie? 

Meine Familie hat mich sogar zum Rennsport gebracht. Sie lieben Motorsport und unterstützen mich sehr. Meine Eltern und mein Bruder verfolgen jedes meiner Rennen!

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Hast du ein Vorbild? 

Mein großes Vorbild ist mein Vater. Er hat alles dafür getan, damit ich mich im Rennsport etablieren konnte und meine Träume verwirklichen kann. Von ihm lernte ich auch, hart zu arbeiten und mich immer weiter zu entwickeln.

Auf deinem Instagram Account kann man sehen, dass du dich gerne stylst, wenn du nicht gerade im Rennoverall steckst. Wie wichtig ist es dir, deine weibliche Seite in der Männerdomäne zu zeigen? 

Eigentlich ist es mir überhaupt nicht wichtig, ich bin ein ganz normales Mädchen 🙂 Aber ich muss schon zugeben, dass ich ein kleiner „Tomboy“ bin, versuche aber die Balance zu halten.

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