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The story of the green Lamborghinis

The story of the green Lamborghinis

Am vergangenen Wochenende bat Style & Race das österreichische Team GRT Grasser Racing zum Gespräch. Teamchef Gottfried Grasser berichtete über die ersten Anfänge im Motorsport, wie sie zu Lamborghini kamen und natürlich auch, welche Ziele das noch sehr junge Team im Rennsport verfolgt.

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Wie seid ihr zum Motorsport bzw. auf die Idee ein Team zu gründen, gekommen?

Im Vergleich zu anderen sind wir ein komplett junges Team.  Unser Weg zum Motorsport ist eigentlich ganz einfach erklärt: nachdem ich fünf Minuten vom Red Bull Ring entfernt aufgewachsen bin, hat man als junger Bub natürlich die Möglichkeit, jedes Wochenende mit dem Rad hinzufahren. Ich habe praktisch meine Kindheit am Red Bull Ring verbracht und mit ca. 12 Jahren angefangen, selbst Kart zu fahren. Ein Bekannter meines Vaters hat eine GoKart Bahn an der Strecke. Mit einem Freund zusammen gründete ich mit 18 Jahren ein kleines Rennteam. Ich bin dann auch die Kart Staatsmeisterschaft bis hin zur Formel 3, Formel 3000 Junior Wertung gefahren, konnte sogar bei Minardi testen. 2002 musste ich den Motorsport aufgrund der Wirtschaftskrise und der damit verbundenen fehlenden Sponsoringmöglichkeiten beenden. Ich bin dann zurück in den elterlichen Autohausbetrieb, wusste aber, dass ich so nicht alt werden wollte. Somit begann ich Rennautos zu kaufen und zu reparieren, um sie dann wieder zu verkaufen. Wir haben sogar ein eigenes Auto (GT) gebaut, designed und entwickelt – konnten von diesem sieben Kundenautos verkaufen.

Zur GT3 hatten wir 2011 den ersten Kontakt. Wir kauften eine Viper und traten zum ersten Mal in der GT Masters auf. Damals fuhren wir mit einem Zirkusanhänger, in dem wir das Auto, eine Werkzeugkiste und einen Toaster transportierten, von Rennen zu Rennen. Wir waren überhaupt nicht erfolgreich 🙂 , aber auch von dieser Zeit sind noch einige Mitarbeiter bis heute bei uns im Team. Nach einiger Zeit haben wir die Viper verkauft und uns stattdessen einen Lamborghini Gallardo geholt.

So fingen wir 2012 an, zusammen mit der Firma Reiter, GT3 Autos einzusetzen. 2013 waren wir gleich Vize-Meister in der FIA GT in der Pro-Am Kategorie. 2014 in der Blancpain GT Gesamtwertung dritter. Wir waren somit das erfolgreichste Lamborghini Team. Zu diesem Zeitpunkt war Lamborghini Motorsport noch nicht selbst im Motorsport aktiv, es war lediglich ein Privateinsatz der Firma Reiter. Deshalb kam Lamborghini zu mir und meinte, dass sie ein neues GT3 Auto bauen würden und ob wir die Entwicklung für den Huracán machen wollen. Dies war natürlich eine riesen Chance. 2015 entwickelten wir erstmals den Huracán mit der Squadra Corse Lamborghini und nun sind wir hier.

„Ich kann mit Stolz sagen, dass wir nach wie vor eines der besten Lamborghini Teams sind.“

 

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Gibt es ein persönliches Ziel von dir, in welche Serie du möchtest bzw. was du mit dem Team noch erreichen möchtest?

Ganz klar – ich möchte immer zu den besten GT3 Teams weltweit gehören. Ich denke, wir auf einem guten Weg!

Persönlich habe ich noch ein paar kleine Ziele – das 24h Rennen von Spa müssen wir unbedingt einmal gewinnen! Das wäre sicher einer der größten Momente. Auf jeden Fall auch Le Mans für die Zukunft, wo ich uns in den nächsten zwei bis drei Jahren sehe.

 

Was war bisher für dich das schönste Erlebnis im Motorsport?

Zum einen Monza 2015, wo wir mit dem brandneuen Auto, welches noch keinen Meter bei einem Rennen gefahren ist, auf Anhieb gewonnen haben. Das war mit Sicherheit eines der schönsten Erlebnisse! Das hat es in der ganzen GT3 Historie noch nie gegeben, dass ein neuer Hersteller kommt und gleich das erste Rennen in einer solch hohen Serie gewinnt.

Ich bin sehr heimatverbunden – daher war ein persönliches Highlight der Sieg am Red Bull Ring letztes Jahr. Da war es ähnlich wie in Monza, wir sind zum ersten Mal in der GT Masters gefahren und haben das Heimrennen am Sonntag gewonnen.  Damit ist ein Kindheitstraum in Erfüllung gegangen!

 

Noch einmal zurück zum 24h Rennen in Spa vor zwei Wochen. Wie ist das für euch verlaufen?

Wir haben wahnsinnig viel beim Rennen dazu lernen können. Wichtig ist, beim 24 Stunden Rennen durchzufahren und keine Fehler zu machen. Genau das haben wir gemacht. Aber heutzutage reicht das nicht mehr. Die Serie ist mittlerweile sehr stark. Rückblickend betrachtet, wären wir letztes Jahr mit dem gleichen Rückstand vierter und vor zwei Jahren sogar am Podium gewesen. Die GT3 steigert sich enorm! Die Wahrheit ist, dass man Spa nur mehr als reinen Werkseinsatz gewinnen kann. Mit einem Privateinsatz, wie in unserem Fall, ist es nicht mehr möglich. Mit viel Glück vielleicht aufs Podium fahren, aber gewinnen ist nicht zu schaffen.

 

Wie sieht denn grundsätzlich die Vorbereitung für ein Rennen aus?

Immer gleich. Die Autos müssen komplett zerlegt und wieder neu aufgebaut werden und natürlich in sehr rennintensiven Zeiten möglichst viel Energie sammeln. Wir geben immer 100%, egal ob wir in einer kleinen Meisterschaft fahren oder ein 24h Rennen bestreiten. Wenn ich jemals in die Lage kommen sollte, dass ich zu einem Rennen fahre, um dort Geld zu verdienen, dann höre ich mit dem Motorsport auf. Ich muss immer wissen, dass ich zu 100% das Beste gegeben habe. Das ist meine Philosophie im Motorsport und etwas Anderes möchte ich nicht.

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Diese Einstellung ist dir sicher bei den Fahrern auch wichtig. Wie selektierst du bzw. wählst du deine Teamfahrer aus? Was ist dir wichtig?

Der Team-Spirit muss passen! Ob Team oder Fahrer, das ist das Wichtigste.

 

Das GRT Grasser Team ist momentan in der GT Masters Fahrerwertung mit Rolf Ineichen und Christian Engelhart auf Platz 5, gefolgt von Luca Stolz auf dem 15. Rang, Aktuell befindet sich das österreichische Team in der Teamwertung auf Platz 4. In der Blancpain GT Serie belegen die Steirer Platz 8.

 

Nicht vergessen: Kommendes Wochenende heißt es wieder Daumen drücken für die sympathischen Steirer in den grünen Huracáns! Von 19. bis 21. August findet die nächste Runde der GT Masters in Zandvoort, NL, statt.

 

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